Als urban geprägter Mensch, der seit über zehn Jahren in der ländlichen Schweiz lebt, kenne ich die unterschiedlichen Mentalitäten und Lebensrealitäten in der Schweiz. Dieses Wissen als lebenserfahrene «Stadt-Land-Brücke» möchte ich nutzen, um die Anliegen des Hauseigentümerverbandes in die Zukunft zu tragen. Vermehrt agieren ist dabei das Credo.
Eigentum bedeutet Verantwortung
Die Schweiz gilt als Land der Mieter. Doch der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen: Fast 60 Prozent der Mietenden träumen vom Eigentum, bei der jüngeren Generation sind es sogar drei Viertel. Gerade auch für diese potenziellen künftigen Haus- und Wohneigentümer wollen wir als HEV nahbarer werden. Dazu gehört, dass wir den Wert unserer Mitglieder für die Allgemeinheit aufzeigen. Rund zwei Drittel der Schweizer Wohngebäude und fast die Hälfte aller Mietwohnungen gehören Privatpersonen. Diese stellen das verlässliche Fundament des Wohnungsmarktes dar und tragen Verantwortung. Ein Beispiel: Der Gebäudesektor hat seit 1990 seine Treibhausgase um gegen 50 Prozent gesenkt – mehr als jeder andere Sektor! Mit jährlich 26 Milliarden Franken für Umbauten und Sanierungen lösen private Hauseigentümer das wichtigste Konjunkturprogramm für das lokale KMU-Gewerbe aus – für den Maler, den Schreiner oder den Dachdecker in der Region.
Dieser Wert zeigt sich ganz besonders im Alltag in unseren Gemeinden und Quartieren. Unsere Mitglieder tragen das Milizsystem der Schweiz. Sie engagieren sich überdurchschnittlich oft in Behörden, Kommissionen, Vereinen, Parteien oder der Feuerwehr. Sie bringen wertvolles Wissen ein und übernehmen Verantwortung für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Dialog über die eigenen Grenzen hinaus
Zur Stärkung dieses Fundaments müssen wir das Gespräch bewusst auch ausserhalb unseres gewohnten Meinungsspektrums (sprich unserer «Blase») suchen. Gleichzeitig gilt es, im Gespräch mit Andersdenkenden Spielräume auszuloten. Wo gibt es gemeinsame Nenner und pragmatische Lösungen, um für genügend und bezahlbaren Wohnraum zu sorgen?
In den kommenden zwei Jahrzehnten steht uns ein historischer Generationenwechsel bevor: Eine enorme Zahl an Liegenschaften der Babyboomer-Generation wird vererbt oder weitergegeben. Wir sollten politisch und gesellschaftlich faire Rahmenbedingungen schaffen, damit diese Immobilien im breit gestreuten Privateigentum von Familien und Privatpersonen bleiben können.
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