Über die Ausgangslage muss man eigentlich nichts mehr sagen. In Zürich klaffen zwischen Angebot und Nachfrage nach Wohnungen seit Jahren Abgründe. Bauland gibt es so gut wie keines mehr. Zwar könnten viele bebaute Grundstücke stärker genutzt werden, Tatsache ist aber, dass dies bisher aus vielen Gründen praktisch nie geschieht. Planerische Nutzungsreserven bestehen wohl auf dem Papier, bleiben aber Theorie. Will die Stadt nicht stagnieren, braucht es daher mutige Schritte.
Ob man die zur Abstimmung gelangende Vorlage wirklich als mutig bezeichnen will, ist Ansichtssache. Es besteht jedenfalls keine Gefahr, dass ein Turm wie der Burj Khalifa entsteht und mit 828 Metern den Uetlibergturm um fast 300 Meter überragt. Hier streiten wir vor allem über Gebiete mit Häusern zwischen 25 und 40 Metern Bauhöhe. Und auch wenn am 27. September in Sachen BZO-Teilrevision Hochhäuser die liberalere Vorlage des Stadtrates angenommen wird, werden nicht gleich überall Hochhäuser aus dem Boden schiessen. Dazu sind die neuen Vorschriften zu streng und eine zusätzliche bauliche Ausnützung erlauben sie nicht. Aber trotzdem öffnen sie Bauherren neue Möglichkeiten, dort, wo es Sinn macht, in die Höhe statt in die Breite zu bauen, Wohnungen übereinander zu erstellen und am Boden mehr Grünraum zu belassen. Gebäude von 25 bis 40 Metern Höhe lassen sich in das bestehende Stadtgefüge einpassen und dürften daher auf wenig Widerstand stossen. Insbesondere, wenn sie eine attraktive Umgebung bieten. Und für Hochhäuser ab 80 Metern ist sowieso eine Gestal tungsplanpflicht vorgesehen, sodass der Gemeinderat das letzte Wort hätte.
Letztlich geht es bei dieser Abstimmung um mehr als nur die künftig erlaubte Höhe von Häusern. Es geht darum, ob wir das drängende Problem der fehlenden Wohnungen ernsthaft, zukunftsweisend und nachhaltig anpacken wollen. Der Vorlage des Gemeinderats fehlt es dagegen an Weitsicht. Sie würde Bauwillige weiterhin hemmen und die Bautätigkeit bremsen. Gehen Sie an die Urne. Stimmen Sie für die BZO-Teilrevision: Vorlage Stadtrat.
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