Wie wirksam beziehungsweise für Eigentümer einschneidend die angenommenen Gegenvorschläge sind, kann erst beurteilt werden, wenn sie konkret ausgearbeitet wor den sind. Wir werden dies mit gebührender Skepsis verfolgen.
Dass die Situation nicht weiter verschlimmert worden ist, heisst aber natürlich nicht, dass sie gut ist. Die Hände in den Schoss zu legen, ist keine Option. Die Gegenseite nimmt ihre Niederlage ohnehin nicht einfach so hin und geht mit neuen, nicht minder extremen Forderungen in die Offensive. Mietzinskontrollen sollen es nun richten. Was diese den Wohnungssuchenden bringen sollen, ist unerfindlich. Das Wohnungsangebot lässt sich damit ganz sicher nicht vergrössern.
Vielmehr sind alle Ideen zu prüfen, die geeignet scheinen, den Wohnungsbau voranzubringen. Im Vordergrund steht die Frage, wo all die notwendigen Wohnungen überhaupt erstellt werden könnten. Denn offensichtlich kommt die angestrebte Verdichtung nicht vom Fleck. Wie lange noch sind Neueinzonungen ein Tabu? Warum nicht auch utopisch klingenden Möglichkeiten wie zum Beispiel der Überdachung von Verkehrswegen eine Chance geben? Schnelle Lösungen gibt es nicht. Wofür man sich heute auch immer entscheidet, es wird sehr viel Zeit vergehen, bis es sich praktisch auswirkt – Jahre, Jahrzehnte. Die Baukunst entwickelt sich weiter. Ist es so abwegig, damit zu rechnen, dass sie auch für schwierige Herausforderungen praktikable und zahlbare Lösungen finden wird?
Schneller wirksam wäre allerdings die Beseitigung von Hemmnissen. Zu Hoffnung berechtigt insofern die Aussicht, dass Ortsbild- und Denkmalschutz auf nationaler Ebene neu kalibriert werden. Gelänge es zudem, endlosen Verzögerungen durch missbräuchliche Einsprachen einen Riegel zu schieben, wäre man einen grossen Schritt weiter. Schön wäre vor allem, wenn alle betroffenen Kreise konstruktiv miteinander diskutieren könnten. Alles im Vorneherein abzulehnen, bringt mit Sicherheit keine Lösung.
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